Herlheim

Herlheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Kolitzheim im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Herlheim liegt im Nordosten des Kolitzheimer Gemeindegebiets. Im Norden sind Unter- und Oberspiesheim zu finden, Oberspiesheim liegt Herlheim am nächsten. Weiter nordöstlich beginnt das Gebiet der Gemeinde Sulzheim mit der Gemarkung von Alitzheim. Südlich erhebt sich der Ortsteil Brünnstadt von Frankenwinheim. Im Südwesten liegt Zeilitzheim. Westlich ist der Herleshof zu finden, während noch weiter im Westen Kolitzheim selbst liegt.

Herlheim ist eines der älteren Dörfer in der Umgebung. Bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit war der sogenannte Kappelshügel besiedelt. Dort, zwischen Herlheim und dem Herleshof, befand sich eine Kultstätte, die später von einer christlichen Kapelle überbaut wurde. Bei Grabungen wurden die Grundmauern dieses Gotteshauses erschlossen. Bereits 706 wurde Herlheim erstmals erwähnt, damals nannte man es „Herilindesheim“ und war, wie der Herleshof, nach der Adeligen Herilind benannt.

Im Jahr 742 wurde das Bistum Würzburg vom karolingischen Hausmeier Karlmann mit insgesamt 25 königlichen Eigenkirchen ausgestattet. Darunter war auch das Gotteshaus in Herlheim. Im Jahr 1271 überließen die Brüder Hermann I. und Heinrich II. zu Castell – mittlerweile war die Kirche in ihre Hände gelangt – die Pfarrei dem Zisterzienserinnenkloster Maidbronn. Später erwarb das Kloster Ebrach die meisten Güter im Dorf und besaß bald auch die Dorfherrschaft.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf von schwedischen Truppen eingenommen. Die Soldaten raubten die Bewohner aus und quälten einige von ihnen. Zu diesem Zeitpunkt bestand noch ein breiter Graben in der Dorfmitte, an dem sich die Häuser aufreihten. Erst im 19. Jahrhundert schütteten die Bewohner den Graben zu.[2] Heute ist Herlheim Teil der Großgemeinde Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt.

Den Mittelpunkt des Dorfes bildet die katholische Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere. Das Dorf war bereits im 13. Jahrhundert eine eigenständige Pfarrei, allerdings stand das damalige Gotteshaus an einer anderen Stelle. Das älteste Element der bestehenden Kirche ist der Turm, „dicker Michel“ genannt. Er wurde im Jahr 1600 unter der Regierung des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn gebaut. Der Turm wurde als Chorturm gebaut.

Zwischen 1717 und 1723 wurde das Langhaus errichtet, als Baumeister war der Würzburger Joseph Greissing. Die Westfassade ist mit Figuren geschmückt, die 1852 aufgestellt wurden. Das Portal weist das Wappen des Ebracher Abtes Wilhelm I. Sölner, die Sonnenblume, auf. Die Altäre im Inneren wurden zwischen 1730 und 1740 geschaffen und spiegeln mit ihren Altarblättern der Kreuzabnahme Christi, des heiligen Josef und der Verkündigung Mariens den Glanz des Barock wider.[3]

Auf der Gemarkung des typisch katholischen Dorfes in Franken wurden auf der Gemarkung von Herlheim viele Bildstöcke und Kleindenkmäler gestiftet. Die Bildstöcke stammen meist aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wurden von Privatpersonen aufgestellt. Mehrere Gebäude des alten Dorfes sind erhalten geblieben. Eine Besonderheit sind die Hofportale in Herlheim. Das schmuckvollste steht in der Herlindenstraße und ist mit einem Relief der Dreifaltigkeit und plastischen Heiligenfiguren verziert.

Eine Sage handelt vom He-he, der im Wald Hörnau bei Herlheim sein Unwesen treiben soll. Der Alitzheimer Lehrer hatte sich im Gasthaus von Herlheim verspätet und der örtliche Schmied Augustin Götz bot ihm an, gemeinsam mit ihm den nächtlichen Weg durch den Hörnau zu nehmen. Unterwegs ging allerdings der Pfeifenkopf des Schmiedes verloren und die beiden Männer konnten ihn trotz langer Suche nicht wiederfinden.

Der Schmied rief: „He-he, wenn du mir meinen neuen Pfeifenkopf suchen hilfst, schenke ich dem ersten Armen, der mir morgen begegnet einen Groschen.“ Sofort stand ein Mann mit einer Laterne neben dem Schmied und der Pfeifenkopf konnte gefunden werden. Der Schmied hob den Kopf auf und dankte dem He-he. Am nächsten Tag löste er sein Versprechen ein.[4]