Ostball | Folge 4 "Zum Erfolg verdammt" – verhilft der neue Medien-Deal mit S-Nation der BBL aus der Nische?

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"Zum Erfolg verdammt" – verhilft der neue Medien-Deal mit S-Nation der BBL aus der Nische?

Das Feedback der Fans war verheerend. Doch die Chancen für die Sportart sollen groß sein: Der neue Bewegtbild-Vertrag der Basketball-Bundesliga sorgt für heftige Diskussionen. Die Liga hat sich an den Springer-Verlag verkauft, sagen die einen. Der Deal hebt die Klubs auf ein neues Level, sagen die anderen. Alle Hintergründe in Folge 4 von "Ostball", dem Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten.

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Mehr als 150 Kommentare unter dem Twitter-Post – und kein einziger davon wirklich positiv. Das Echo auf den neuen Medienrechte-Deal der Basketball-Bundesliga (BBL) mit S-Nation Media war verheerend.

Selten sorgte eine Entscheidung der Liga in der Vergangenheit für so viel Aufsehen. Zum einen, weil viele Fans das Konstrukt hinter der neuen Streaming-Plattform kritisch sehen. Zum anderen aber auch, weil der neue Vertrag große Chancen für den deutschen Basketball bietet.

Der neu gegründete Sport-Streaming-Dienst S-Nation Media, der sich allen Sportarten außer Fußball widmen will, hat sich die audiovisuellen Medienrechte der Basketball-Bundesliga für sechs Spielzeiten gesichert – startend 2023 bis 2029.

Das heißt: S-Nation wird sämtliche Bundesliga-Partien und Pokal-Spiele übertragen. Auch weitere Rechte will sich das Unternehmen sichern. Die Partnerschaft der BBL mit dem bisherigen Rechteinhaber, der Deutschen Telekom, endet dagegen nach neun Jahren.

Der neue Deal warf viele Fragen auf – und sorgte für reichlich Kritik.

Ein Thema, zahlreiche Perspektiven: In Folge 4 von "Ostball" spricht Stefan Holz, der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, erstmals ausführlich über den neuen Medien-Deal.

Marcus Albanus spricht als Fan und Gesicht der Initiative "Big City Basketball" über die Kritik an dem neuen Medienrechte-Partner.

Nach neun Jahren wird 2023 Schluss sein mit der Medien-Partnerschaft zwischen der Basketball-Bundesliga und der Deutschen Telekom.

Und nicht zuletzt ist es auch der Mann zu hören, auf dem viele Hoffnungen ruhen: Christian Seifert, der ehemalige Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und jetzige Gesellschafter sowie Geschäftsführer von S-Nation.

BBL-Geschäftsführer Stefan Holz hat den Deal mit S-Nation federführend eingefädelt.

Konkrete Zahlen nennt zwar niemand. Aber laut dem Sponsors-Magazin dürfte der neue Vertrag ein finanzielles Volumen von mindestens 35 Millionen Euro haben. Das würde gegenüber dem bisherigen Medienrechtevertrag rund 20 Prozent mehr garantierte Erlöse pro Saison bedeuten.

Gerade für kleine Klubs wie den Syntainics MBC bedeute der neue Medienrechtevertrag einen Quantensprung, sagt MBC-Geschäftsführer Martin Geissler.

Vielmehr sagt der Chemnitzer Geschäftsführer: "Wenn sich der Springer-Verlag dahinterklemmt, dann ist man zum Erfolg verdammt. Dann werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit das Thema fliegt." Und weiter: "Wir wollen Basketball präsentieren und in der Öffentlichkeit viel mehr stattfinden lassen. Und das kann man im Feuilleton machen, aber auch so, wie er ist: erdig, mit Zugang für alle Bevölkerungsschichten."

Die Boulevardisierung des deutschen Basketballs? Davor hat Steffen Herhold, der Geschäftsführer der NINERS Chemnitz, keine Angst.

Christian Seifert ist das Gesicht von S-Nation – und will nun die Entwicklung des Basketballs vorantreiben. Natürlich: vor allem, um mehr Abos der neuen Streaming-Plattform zu verkaufen.

"Jeder Deal, egal, wie groß er ist, wird die BBL nicht auf ein anderes Level bringen", sagt Seifert (ab Minute 17:15). "Deshalb geht unser Konzept auch über diesen Medienvertrag hinaus. Unser Konzept zielt darauf ab, gerade zwischen den Spieltagen deutlich, deutlich mehr Reichweite und Berichterstattung zu platzieren."

Vom Fußball zum Basketball: S-Nation-Chef Christian Seifert will der BBL zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen – und so seine Streaming-Plattform vorantreiben.

Warum war der neue Medienrechte-Deal vielleicht sogar notwendig? Basketball-Journalist Robert Heusel sagt: "Wenn die durchschnittliche Einschalt-Zahl 25.000 ist, ist das zu wenig. Die Vereine müssen sich weiterentwickeln, wenn sie sportlich erfolgreich sein wollen. Hier müssen sie neue Zielgruppen erschließen, um neue wirtschaftliche Möglichkeiten erschließen zu können." 

Was im besten Fall in der Zukunft durch den neuen Deal passieren wird? "Der beste Fall wäre", sagt Heusel, "dass unsere Sportart aus der Nische rauskommt und dass Basketball ein Volkssport wird."

Journalist Robert Heusel hofft, dass sich der deutsche Basketball durch den neuen Medien-Deal weiterentwickelt.

Doch: "Jetzt kommt Springer mit seiner Fußballwelt, die halt anders funktioniert, wo das Nationale eine andere Bedeutung hat. Vom Fußball lernen heißt unserer Meinung nach für den Basketball nicht siegen lernen."

Basketball-Fan Marcus Albanus sieht das Engagement des Springer-Verlags im deutschen Basketball kritisch.