Gewalt im Sport DOSB begrüßt Aufbau eines Zentrums für Safe Sport

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Deutsche Sportjugend (dsj) und die Mitgliedsorganisationen haben sich positiv zum viel diskutierten unabhängigen Zentrum für Safe Sport positioniert.

, wird Torsten Burmester, Vorstandsvorsitzender des DOSB, in der Mitteilung des Verbandes zitiert.

"Wir, der organisierte Sport, begrüßen ausdrücklich den im Koalitionsvertrag verankerten Aufbau eines Zentrums für Safe Sport. Das Zentrum kann und soll dabei helfen, Schutzlücken im Sport zu schließen sowie die bereits bestehenden Maßnahmen und Aktivitäten der Sportverbände und -vereine sinnvoll zu ergänzen und zu unterstützen"

Gleichzeitig betont Burmester aber auch die Autonomie des Sports wenn er schreibt, der DOSB sehe .

"die Verantwortung zur Sicherstellung von Schutz vor Gewalt im Sport bei den Sportverbänden und -vereinen"

Mit dem jetzt veröffentlichten Papier hat der organisierte Sport seine unterstützende Haltung zum Schutz von Athletinnen und Athleten vor psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt erstmals offiziell und schriftlich fixiert. Vorausgegangen war ein als "Dialogprozess" bezeichnetes Verfahren mit Vertreterinnen und Vertretern des organisierten Sports. Der Prozess dauerte mehrere Monate, eingebunden waren auch Expertinnen, Betroffene und der Verein Athleten Deutschland.

Der hatte die Idee zu einem unabhängigen Zentrum für Safe Sport vor knapp zwei Jahren im Rahmen einer großen Konferenz vorgestellt und im Frühjahr 2021 ein Impulspapier vorgelegt. Knapp ein Jahr später hat das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium eine Machbarkeitsstudie veröffentlicht, die die Notwendigkeit dieser unabhängigen, übergeordneten Institution wissenschaftlich untermauert.

"Das sind gute Neuigkeiten für alle Sportlerinnen und Sportler im Breiten- und Leistungssport. Nun sind alle Grundsteine für weitere Planungs- und erste Umsetzungsschritte im Laufe der Legislaturperiode gelegt."

Das Zentrum soll vielfältige Aufgaben haben: von der Betreuung Betroffener über Erstellung von Risikoanalysen, Überprüfung bestehender Präventionskonzepte, bis hin zur Aufarbeitung von Fällen, Intervention und Sanktion. Knapp zwei Jahre fehlte die Haltung des organisierten Sports dazu. Der DOSB betont in seiner Mitteilung die Verantwortung des organisierten Sports für Prävention, Intervention und Aufarbeitung.

Gleichzeitig zeigt sich der Sportdachverband bereit, dass seine bisher ergriffenen Maßnahmen werden. Es soll eine Gesamtstrategie zum Thema sicherer Sport sein, für dessen Entwicklung der Sportdachverband allerdings keinen konkreten Zeitplan vorlegt.

"kritisch reflektiert, Lösungen für Defizite erarbeitet und in einem Zukunftsplan gebündelt"

Was die Finanzierung des Zentrums angeht, weicht der DOSB klar von den Empfehlungen der Machbarkeitsstudie ab, die auch eine Beteiligung des organisierten Sports anregt. Der DOSB sieht allerdings in seinem Papier eine alleinige Finanzierung durch den Bund.

Ein Punkt, den Athleten Deutschland in seiner Reaktion auf das DOSB-Papier kritisiert. Der Verein befürwortet eine Finanzierung durch Bund, Länder und anteilig auch den Sport. Die Unabhängigkeit des Zentrums für Safe Sport sei dadurch nicht gefährdet.

"Mit einer Mitfinanzierung würde der organisierte Sport institutionelle Verantwortung übernehmen."

Dass nun auch der DOSB seine Haltung formuliert hat, ist ein wichtiger Schritt hin zur konkreten Arbeit am Aufbau des Zentrums für Safe Sport. Die Federführung für den Umsetzungsprozess hat nun der Bund. Im Herbst will das Innenministerium die weiteren Schritte bekannt gegeben.