Die Wirkung von Kapuzinerkresse auf die Gesundheit

Während die brillanten Blüten der Kapuzinerkresse das Auge des Betrachters erfreuen, überzeugen die Inhaltsstoffe mit einer gesundheitlichen Wirkung der Extraklasse. Feinschmecker erfreuen sich zudem an den scharfen Nuancen und verwenden das Superfood mit Vorliebe für Salate.

FITBOOK erklärt, welche Wirkstoffe die Kapuzinerkresse so gesund machen. Sie machen die Pflanze vor allem wertvoll bei grippalen Infekten, Blasenentzündungen und Co. Außerdem: Wie man optimal von den Benefits des Superfoods profitieren kann.

Die auch als Blumen- oder Salatkresse bekannte Heilpflanze zählt zur botanischen Familie der Kreuzblütler – aufgrund der prachtvollen, kreuzartigen Blütenform. Die beliebte winterharte Kletterpflanze mit botanischem Namen Tropaeolum majus fällt vor allem aufgrund ihrer intensiv gelben, orangen bis roten Blüten auf.

Da die glockenförmigen Blüten auf der einen Seite eine Augenweide sind und “on top” ein lieblich-scharfes Aroma besitzen, wird Kapuzinerkresse samt der Stiele gerne als Topping für Salate, Vorspeisen oder Dips verwendet. Auch die Blätter kann man essen und als vitaminreicher Salat verwenden.

In der Pflanzenheilkunde werden zusätzlich die Samen genutzt, um verschiedene Beschwerden naturheilkundlich und dennoch effektiv zu lindern. Als natürliches Antibiotikum erfreut sich die Kapuzinerkresse großer Beliebtheit bei allen, die klassischen Antibiotika eher kritisch gegenüber stehen.

Die beliebte Kletterpflanze liefert einen bunten Mix aus Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Beim frischen Verzehr der Blüten, Blätter und Stiele spielen die Gehalte an Vitamin C und Vitamin K eine Hauptrolle.

Wenn es um das gesundheitliche Potential der Blumenkresse geht, haben allerdings die enthaltenen ätherischen Öle aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung die Nase vorne. Letztere zählen zur Kategorie der sekundären Pflanzenstoffe, die in der Kapuzinerkresse in Form von Senfölen enthalten sind.

Seitdem Studien zahlreiche gesundheitliche Effekte der Senföle belegen konnten, hat sich die gesunde Kapuzinerkresse auch in der klassischen Schulmedizin einen Namen als natürliches Antibiotikum gemacht.

Aufgrund der enthaltenen Polyphenole in Form von Flavonoiden (Anthocyane und Flavanole) ergeben sich zahlreiche präventive und therapeutische Zwecke der farbenfrohen Kresse. Der gelbe Inhaltsstoff Quercentin der Blüten wirkt u.a. antioxidativ und entzündungshemmend.

Besonders beliebt sind Arzneimittel, in denen Kapuzinerkresse mit Meerrettich kombiniert sind. Durch den Mix ergänzen sich die enthaltenen Wirkstoffe ideal. Doch auch als Monopräparat überzeugt Kapuzinerkresse alle, die synthetische Antibiotika ablehnen.

Die in der Kresse enthaltenen Senfölglykoside entfalten bei ausreichend hoher Dosierung eine antimikrobielle Wirkung. Das Besondere: Sowohl Bakterien, Pilze und Viren werden bekämpft. Klassische Antibiotika können hingegen nur zur Therapie bakterieller Infektionen verwendet werden.

Während für eine effektive Behandlung von Harnwegsinfekten, Erkältungen und zur gezielten Immunstimulation eine ausreichend hohe Dosis in Form einer medikamentösen Stoßtherapie empfohlen wird, profitieren gesundheitsbewusste Genießer bereits bei einem regelmäßigen Genuss der Blüten, Stiele und Blätter der Kapuzinerkresse.

Während die Gabe von synthetischen Antibiotika die natürlichen Abwehrkräfte herabsetzt, entfalten die Senföle der Kapuzinerkresse eine antibakterielle Wirkung, ohne dass das Immunsystem leidet. Ganz im Gegenteil: Die Einnahme von Senfölen entfaltet immunstimulierende Effekte, sodass sich eine niedrigere Dosierung auch als Prophylaxe bei wiederkehrenden Infekten bewährt hat.

Zudem konnte bisher keine Kreuzresistenz mit “echten” Antibiotika beobachtet werden: Die Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse können die Wirkung der Synthetika sogar intensivieren.

Die Alternativmedizin nutzt die Inhaltsstoffe bzw. ätherischen Senföle zusätzlich zur Blutreinigung, bei Skorbut (Vitamin-C-Mangel) und bei Menstruationsbeschwerden. Aufgrund des gesundheitlichen Potentials der Kresse werden die Indikationen für die Einnahme von Senfölen und Co. sicher durch zukünftige Studienergebnisse erweitert.

Bei der Einnahme von Kapuzinerkresse – bzw. vor allem bei hoch dosierten Arzneimitteln – kann es auch zu ungewollten Wirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Sodbrennen und allergischen Reaktionen kommen. Daher sollte vor einer Therapie mit Senfölen aus Kapuzinerkresse ein Arztbesuch klären, ob die Einnahme eines entsprechenden Medikamentes sinnvoll ist.

Tipp: Um das Risiko unerwünschter Wirkungen zu reduzieren, sollten Präparate mit Kapuzinerkresse nach dem Essen mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Teilweise sind auch Schleimhaut-schützende, magensaftresistente Kapseln erhältlich, um Magenschmerzen und Co. zu umgehen.

*Da noch keine ausreichenden Studiendaten zur Einnahme von Kapuzinerkresse in der Schwangerschaft vorliegen, sollten gegebenenfalls sogar gebärfähige Frauen auf die Einnahme von Kapuzinerkresse-Präparaten verzichten.

** Senföle können dazu führen, dass die Synthese von Schilddrüsenhormonen herabgesetzt wird. Die Therapie mit Senfölen sollte daher insbesondere bei eingeschränkter Hormonproduktion (z.B. bei der Schilddrüsenunterfunktion Hashimoto Thyreoiditis) – aber auch generell – nur vorübergehend erfolgen. Bei einer prophylaktischen, immunstimulierenden Gabe sollte die Einnahme zwischendurch pausiert werden.